Sind Kiezläufer ein Weg zu mehr sozialem Miteinander?

Mit dem Verweis auf vermeintlich gute Erfahrungen aus Mitte wird derzeit eine Initiative zum Einsatz von Kiezläufern bei uns im Bezirk diskutiert. Dabei ist weder klar, was diese machen oder wo dies geschehen soll, in welchem Arbeitsverhältnis sie stünden, wie viele Personen es bräuchte und wer es eigentlich bezahlen würde. Die bisher sehr vagen Äußerungen zum Thema sprechen davon, dass Kiezläufer zur Kontrolle und Säuberung von Parks, zur Kontrolle des Leinenzwangs bei Hunden oder als Ansprechpartner für Hilfsbedürftige agieren könnten. Doch für all dies gibt es bereits qualifizierte Kräfte – nur viel zu wenige.

Aus Sicht der FDP-Fraktion sollte deshalb keine neue und vermeintliche sämtliche Probleme lösende Stelle geschaffen werden. Keines der genannten Problembereiche könnten Kiezläufer besser lösen als die bereits existierenden Mitarbeiter im Ordnungsamt oder bei der Stadtreinigung. Wer etwas solches verspricht, enttäuscht am Ende nur diejenigen, die daran glaubten. Nutzen wir stattdessen die Gelder und stellen endlich mehr Menschen dort ein, wo diese tatsächlich fehlen, beim Ordnungsamt, bei der Stadtreinigung, der Parkpflege und den Sozialarbeitern. So gehen wir den Weg zu mehr sozialem Miteinander.

In jedem Monat nehmen die BVV-Fraktionen zu einem Thema Stellung, das von jeweils einer der sechs Fraktionen abwechselnd vorgegeben wird. Die Statements werden im Anschluss in der monatlichen Gazette abgedruckt und online gesammelt. Dabei gilt, kurz halten und nicht mehr als 1200 Zeichen verwenden.