Die FDP-Fraktion in Charlottenburg-Wilmersdorf sieht die geplante Umwandlung des Wald-Gymnasiums in eine Integrierte Sekundarschule (ISS) zum Schuljahr 2027/2028 kritisch. Die Entscheidung der Bezirksstadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur, Heike Schmitt-Schmelz (SPD), stößt bei Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern auf erhebliche Vorbehalte.
Stefanie Beckers, schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion:
„ Natürlich ist der Mangel an ISS-Plätzen im Bezirk ein reales Problem. Aber die Antwort darauf sollte nicht die ersatzlose Aufgabe eines leistungsstarken Gymnasiums mit langer Tradition sein. Berlin braucht ein vielfältiges und durchlässiges Schulsystem – dazu gehören starke Integrierte Sekundarschulen ebenso wie leistungsfähige Gymnasien.“
„ Natürlich ist der Mangel an ISS-Plätzen im Bezirk ein reales Problem. Aber die Antwort darauf sollte nicht die ersatzlose Aufgabe eines leistungsstarken Gymnasiums mit langer Tradition sein. Berlin braucht ein vielfältiges und durchlässiges Schulsystem – dazu gehören starke Integrierte Sekundarschulen ebenso wie leistungsfähige Gymnasien.“
Nach Angaben des Bezirksamtes bestehen bis 2030 Überkapazitäten von rund 800 Plätzen an Gymnasien, während an ISS etwa 1.000 Plätze fehlen. Die FDP bezweifelt jedoch, dass die Umwandlung eines etablierten Gymnasiums alternativlos ist.
„ Fraglich ist, ob die Prognosen der Schülerzahlen nicht insgesamt zu kurz greifen. Die Geburtenraten in Berlin und auch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind rückläufig, schon heute gibt es in fast jeder Kita freie Plätze. Hier herrscht bereits ein Überangebot. Es ist also absehbar, dass sich Kapazitäts- und Verteilungsprobleme nach 2030 verändern und mit Sicherheit entspannen werden. Daher hätten auch andere Optionen ernsthaft geprüft werden müssen: Bezirksübergreifende Kooperationen zwischen Standorten, modulare Erweiterungen oder der beschleunigte Neubau zusätzlicher ISS-Kapazitäten hätten Vorrang genießen müssen. Stattdessen wird mit dieser Entscheidung in die gewachsene Schullandschaft eingegriffen und langfristig der von der SPD favorisierten Schulform der Gemeinschaftsschule der Weg bereitet“, so Beckers.
„ Fraglich ist, ob die Prognosen der Schülerzahlen nicht insgesamt zu kurz greifen. Die Geburtenraten in Berlin und auch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind rückläufig, schon heute gibt es in fast jeder Kita freie Plätze. Hier herrscht bereits ein Überangebot. Es ist also absehbar, dass sich Kapazitäts- und Verteilungsprobleme nach 2030 verändern und mit Sicherheit entspannen werden. Daher hätten auch andere Optionen ernsthaft geprüft werden müssen: Bezirksübergreifende Kooperationen zwischen Standorten, modulare Erweiterungen oder der beschleunigte Neubau zusätzlicher ISS-Kapazitäten hätten Vorrang genießen müssen. Stattdessen wird mit dieser Entscheidung in die gewachsene Schullandschaft eingegriffen und langfristig der von der SPD favorisierten Schulform der Gemeinschaftsschule der Weg bereitet“, so Beckers.
Kritisch sieht die FDP auch das Verfahren. Eltern und Lehrkräfte wurden erst sehr spät informiert, während die Entscheidung offenbar bereits weitgehend feststand.
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Dr. Felix Recke-Friedrich, hierzu:
„ Ein solcher Strukturumbau braucht Transparenz, echte Beteiligung und eine ergebnisoffene Prüfung aller Alternativen. Ein ‚Hau-Ruck-Verfahren‘ wird weder der Bedeutung der Schule noch den berechtigten Interessen der Schulgemeinschaft gerecht“.
„ Ein solcher Strukturumbau braucht Transparenz, echte Beteiligung und eine ergebnisoffene Prüfung aller Alternativen. Ein ‚Hau-Ruck-Verfahren‘ wird weder der Bedeutung der Schule noch den berechtigten Interessen der Schulgemeinschaft gerecht“.
Die FDP-Fraktion bekennt sich zur Stärkung der Integrierten Sekundarschulen, warnt aber vor einer Nivellierung des Leistungsprinzips. „Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Begabungen und Bildungswege. Ein differenziertes Angebot ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern Voraussetzung für Chancengerechtigkeit.“, so Recke-Friedrich.
Die FDP-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf fordert das Bezirksamt auf, die Entscheidung noch einmal zu überprüfen, Alternativen ernsthaft zu prüfen und die betroffenen Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler frühzeitig und transparent in den weiteren Prozess einzubeziehen.