Neun Jahre nach dem Anschlag am Breitscheidplatz muss Berlin zeigen, dass es Sicherheit, Freiheit und städtisches Leben zusammen denkt. Stattdessen stehen wir erneut vor dreijährigen Sperrungen – dem nächsten Kapitel einer seit Jahren anhaltenden Konzeptlosigkeit. Was als temporäre Schutzmaßnahme begann, ist zu einem martialischen Dauerprovisorium geworden – ohne klare Strategie, ohne transparente Perspektive.
„Berlin braucht Sicherheit mit Verstand – nicht endlose Absperrungen, die Stillstand symbolisieren. Wer weitere Jahre Sperrung verkündet, ohne überzeugendes Konzept, zeigt vor allem Ratlosigkeit“, so Dr. Felix Recke-Friedrich, Fraktionsvorsitzender in Charlottenburg-Wilmersdorf.
„Neun Jahre nach dem Anschlag wäre es die Pflicht von Senat und Bezirk, Professionalität, Planungsfähigkeit und Vertrauen in eine offene Gesellschaft zu zeigen“, sagt Recke-Friedrich weiter. „Stattdessen vermitteln die jetzigen Bilder vor allem eines: Dauerkrise als Normalzustand – und das darf nicht der Anspruch dieser Stadt sein.“
Aus liberaler Sicht gilt: Sicherheit ja – aber modern, intelligent und mit Augenmaß. Der Breitscheidplatz ist ein zentraler Stadtraum. Statt Pollerpolitik braucht es endlich ein schlüssiges Sicherheits- und Stadtraumkonzept mit klaren Zielen, überprüfbaren Etappen und einer realistischen Rückkehr zur Normalität.
Berlin verdient Professionalität – nicht Dauerabsperrungen.